Heute habe ich die neue Folge (117) vom Podcast zugehOERt von OERinfo gehört. Schwerpunkt ist OEP, insgesamt ein sehr hörenswertes Gespräch zwischen Angela Karnoll, Saskia Buschler, Silvia Retzlaff, Sonja Philipp und Richard Heinen.
Fast zum Ende hin hat Silvia Retzlaff einen Gedanken (fast schon einen Appell) formuliert, den ich hier gern festhalten und unterstreichen möchte: Gerade in der Hochschule fordern wir oft (zu Recht), dass Hochschullehre (und als Teil davon in unserer Community auch OER) mehr Anerkennung bekommen soll, und kritisieren, dass für die wissenschaftliche Reputation vor allem Publikationen (und auch Drittmittel) als „Währung“ zählen. Gleichzeitig diskutieren wir ja schon lange kritisch, wie stark Publikationen bewertet, gerankt, mit Metriken versehen und optimiert werden. Welche Dynamiken das erzeugt, ist bekannt („Salamitaktik“ etc.).
Und hierfür hält Sylvia richtigerweise fest: Wir sollten aufpassen, dass wir diese Logiken nicht einfach auf die Lehre übertragen!
Als Medieninformatikerin liebe ich Kennzahlen und Statistiken in schönen Diagrammen, und ich habe auch keine gute Idee, wie wir ohne diese eine adäquate Sichtbarkeit schaffen können. Aber wenn wir Kennzahlen zu Metriken machen, dann tappen wir in die gleiche Falle: Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, setzt auf kleinteilige OER, statt stimmige Gesamtkonzepte zu veröffentlichen.
In meiner idealen Welt erkennen alle den Wert an Offenheit an sich, und nicht erst dann, wenn es Punkte für den Lebenslauf dafür gibt. Andererseits sehe ich ganz viele Punkte in meinem Lebenslauf, die mir durch Offenheit Level-Ups verschafft haben. Und auch Nele Hirschs „Geschäftsmodell des Teilens“ zeigt, dass man von Offenheit sogar freiberuflich profitieren kann.
Vielleicht liegt die Lösung auch irgendwo dazwischen. Danke Silvia Retzlaff für den Hinweis.
Diesen Beitrag habe ich zuerst auf LinkedIn veröffentlicht, wollte ihn hier aber mal sichern. Vielleicht mache ich das demnächst öfter, Hashtag DigitaleSouveränität 😉 Das Beitragsbild wurde mit ChatGPT erstellt.


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